{"id":92956,"date":"2024-09-09T09:00:46","date_gmt":"2024-09-09T07:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/power-shift.de\/?p=92956"},"modified":"2025-03-12T17:46:29","modified_gmt":"2025-03-12T16:46:29","slug":"wie-dreckig-ist-der-gruene-wasserstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.power-shift.de\/fr\/wie-dreckig-ist-der-gruene-wasserstoff\/","title":{"rendered":"Wie dreckig ist der \u201egr\u00fcne\u201c Wasserstoff?"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-92956\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-92956-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-92956-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-92956-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_mo-button panel-first-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-mo-button so-widget-mo-button-default-d75171398898-92956\"\n\t\t\t\n\t\t><div class=\"button-wrap\" style=\"text-align:left;float:left;\"><a class= \"button  default large\" href=\"https:\/\/archiv.power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PM_Wasserstoff_Megaprojekt.pdf\" target=\"_blank\">Pressemitteilung als pdf herunterladen<\/a><\/div><\/div><\/div><div id=\"panel-92956-0-0-1\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t><h3 class=\"widget-title\">Namibische Aktivist*innen kritisieren Global African Hydrogen Summit und geplantes Wasserstoff-Megaprojekt<\/h3>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n<p><strong>Berlin, 02.09.:<\/strong>\u00a0Vom 3. bis 5. September l\u00e4dt die namibische Regierung in Windhoek afrikanische Regierungen und europ\u00e4ische Partner \u2013 darunter die deutsche Bundesregierung \u2013 zu einem \u201eGlobal African Hydrogen Summit\u201c ein. Die namibische Regierung erhofft sich eine neue Rolle Afrikas als Lieferant von \u201egr\u00fcnem Wasserstoff\u201c f\u00fcr die Energiewende in Europa. F\u00fcr die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung spielt Namibia eine bedeutende Rolle.<\/p>\n<p>Bereits 2030 soll das Gro\u00dfprojekt \u201eHyphen\u201c zur Herstellung von gr\u00fcnem Wasserstoff im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden Namibias nahe der Stadt L\u00fcderitz 350.000 Tonnen Wasserstoff bzw. 2 Millionen Tonnen Ammoniak produzieren, hergestellt aus regenerativer Energie von Wind und Sonne. Getragen wird das Vorhaben von der deutschen Firma Enertrag und dem britischen Projektmanagement-Unternehmen Nicholas Holding. Liefervertr\u00e4ge mit dem deutschen Energieversorger RWE bestehen bereits. Neben dem Hyphen-Projekt werden aktuell weitere Projekte unter Beteiligung der deutschen und anderer europ\u00e4ischer Regierungen realisiert.<\/p>\n<p>Von Seiten der namibischen Zivilgesellschaft gibt es massive Kritik - insbesondere an dem geplanten \u201eHyphen\u201c-Projekt. Der Vergabeprozess ist von Intransparenz und fehlender demokratischer Beteiligung gekennzeichnet. Schon jetzt werden die Rechte indigener Bev\u00f6lkerungsgruppen missachtet und zuk\u00fcnftig werden massive Umweltsch\u00e4den erwartet. An Orten, an denen deutsche Kolonialsoldaten vor \u00fcber 100 Jahren einen V\u00f6lkermord an den OvaHerero und Nama ver\u00fcbten, soll nun die Infrastruktur zur gr\u00fcnen Wasserstoffproduktion aufgebaut werden.<\/p>\n<p>Paul Thomas, Sprecher der Nama Traditional Leaders Association (NTLA), erkl\u00e4rte am heutigen Montag vor Journalist*innen: \u201eAnstatt sich mit der grundlegenden Frage einer Wiedergutmachung f\u00fcr den von Deutschland an den Nama und Ovaherero begangenen V\u00f6lkermord zu befassen, nutzt Deutschland erneut seine privilegierte Stellung, um Ressourcen aus demselben Land zu gewinnen, das es dem Volk der Nama gewaltsam und in unrechtm\u00e4\u00dfiger Weise geraubt hat. Der Geist, der die Kolonialherr*innen dazu brachte, L\u00e4nder f\u00fcr die Kolonialisierung ausfindig zu machen, ist derselbe, der die ehemalige Kolonialmacht heute antreibt, um den Energiebedarf der deutschen Bev\u00f6lkerung zu decken. Die Geschichte wiederholt sich durch ausbeuterischen Kolonialismus, der als umweltfreundlich dargestellt wird, um der \u00d6ffentlichkeit die Vorstellung schmackhaft zu machen - doch f\u00fcr uns, die wir die generations\u00fcbergreifenden Auswirkungen der Landenteignung sp\u00fcren, ist und bleibt es Greenwashing.\u201c<\/p>\n<p>Tjipura Unaune Tjipura von der Organisation Social Economic Justice Trust (ESJT) betonte: \u201eEs gibt viele Warnsignale hinsichtlich des Hyphen-Projekts! Der Mangel an Nachvollziehbarkeit und Transparenz von Projektbeginn an ist besorgniserregend. Die namibische Regierung hat bei der Vergabe von Hyphen - die gr\u00f6\u00dfte Ausschreibung in der Geschichte Namibias - weder eine Offenlegung noch eine Sorgfaltspr\u00fcfung durchgef\u00fchrt. Keine Vereinbarung zwischen zwei souver\u00e4nen L\u00e4ndern oder zwischen einer Regierung und einem privaten Unternehmen darf geheim gehalten werden, wenn \u00f6ffentliche Gelder, Ressourcen und Interessen im Spiel sind.\u201c<\/p>\n<p>Auch Jimmy Areseb, Aktivist f\u00fcr Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und Gemeinschaft, erg\u00e4nzte: \u201eIch bin sehr besorgt \u00fcber die Wasserfrage: In unserer Region wird f\u00fcr das Daures Green Hydrogen Project derzeit Wasser aus Bohrl\u00f6chern verwendet, und es besteht die Sorge, dass solche Praktiken, die bereits unter Wasserdruck stehenden unterirdischen Grundwasserleiter beeintr\u00e4chtigen werden. \u00a0Und im Falle des Hyphen-Projekts bestehen gro\u00dfe Bedenken hinsichtlich der grundlegenden Umweltauswirkungen und des Schutzes des kulturellen Erbes. Uns fehlen die Kontrollen und Abw\u00e4gungen, die vor dem Start eines solchen neuen Gro\u00dfprojekts durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Die unterzeichnenden Organisationen unterst\u00fctzen die Kritik aus der namibischen Zivilgesellschaft und werden sich daf\u00fcr einsetzen, dass Energieprojekte mit Namibia Umweltsch\u00e4den vermeiden, die Rechte aller Bev\u00f6lkerungsgruppen achten und zuallererst der Energiesicherung der namibischen Bev\u00f6lkerung dienen.<\/p>\n<p><strong>Bei Fragen wenden Sie sich gerne an: \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Neelke Wagner, Referentin f\u00fcr Klima- und Ressourcengerechtigkeit bei PowerShift, +49 (0)30 2472 4541, neelke.wagner@power-shift.de<\/li>\n<li>Adrian Bornmann,\u00a0Referent f\u00fcr Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit bei PowerShift,\u00a0030-27590497, adrian.bornmann@power-shift.de<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div><div id=\"panel-92956-0-0-2\" class=\"so-panel widget widget_mo-button panel-last-child\" data-index=\"2\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-mo-button so-widget-mo-button-default-d75171398898-92956\"\n\t\t\t\n\t\t><div class=\"button-wrap\" style=\"text-align:left;float:left;\"><a class= \"button  default large\" href=\"https:\/\/archiv.power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PM_Wasserstoff_Megaprojekt.pdf\" target=\"_blank\">Pressemitteilung als pdf herunterladen<\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 02.09.:\u00a0Vom 3. bis 5. 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