{"id":80484,"date":"2022-08-20T14:00:29","date_gmt":"2022-08-20T12:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/power-shift.de\/?p=80484"},"modified":"2024-06-27T15:51:11","modified_gmt":"2024-06-27T13:51:11","slug":"gemeinsame-erklaerung-gegen-ceta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.power-shift.de\/fr\/gemeinsame-erklaerung-gegen-ceta\/","title":{"rendered":"D\u00e9claration commune contre le CETA"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-80484\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-80484-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-80484-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-80484-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<h2>Stoppen wir die Ratifizierung von CETA!<\/h2>\n<p><strong>Eine gemeinsame Erkl\u00e4rung der deutschen und kanadischen Zivilgesellschaft<\/strong><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Kanadareise von Bundeskanzler Olaf Scholz und im Vorfeld der angek\u00fcndigten Ratifizierung des Handels- und Investitionsschutzabkommens zwischen der EU und Kanada (CETA) durch den deutschen Bundestag bringen wir \u2013 Gewerkschaften, Menschenrechts-, Umwelt- und weitere gesellschaftliche Organisationen \u2013 unsere anhaltende Ablehnung gegen\u00fcber CETA zum Ausdruck; denn CETA sch\u00fctzt einseitig Konzerninteressen, indem es demokratische Willensbildung untergr\u00e4bt und wirksame Politik zum Schutz von Klima, Umwelt und dem Sozialen verhindert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die meisten Vertragsbestandteile von CETA in Europa und Kanada seit fast f\u00fcnf Jahren vorl\u00e4ufig angewendet werden, gilt dies nicht f\u00fcr die umstrittenen Bestimmungen zum Investitionsschutz. Diese Bestimmungen sowie die geplante Schaffung einer Sondergerichtsbarkeit (Investment Court System, ICS) w\u00fcrden ausl\u00e4ndischen Investoren exklusiv das Privileg einr\u00e4umen, Staaten vor einem privaten Schiedsgericht statt vor nationalen Gerichten zu verklagen sobald sie erwartete Profite durch Gesetzgebung beeintr\u00e4chtigt sehen. Diese Sondergerichtsbarkeit f\u00fcr private Investoren w\u00fcrde nur dann geschaffen, wenn die Parlamente aller EU-Mitgliedstaaten CETA ratifzieren.<\/p>\n<p>Die geplante Sondergerichtsbarkeit ICS stellt, wie jedes andere Investor-Staat-Streitbeilegungsverfahren (investor\u2013state dispute settlement, ISDS) eine immense Bedrohung f\u00fcr die souver\u00e4ne Politikgestaltung durch Parlamente dar, beispielsweise bei der Bek\u00e4mpfung der Klimakrise, der Anhebung von Sozial- oder Umweltstandards. ISDS-Mechanismen wurden auch von kanadischen Unternehmen bereits mehrfach eingesetzt, um demokratisch beschlossene Umwelt- und Klimaschutzma\u00dfnahmen zu untergraben. So drohte das kanadische Unternehmen Vermilion Energy mit einer milliardenschweren ISDS-Klage, um ein franz\u00f6sisches Gesetz aus dem Jahr 2017 zu blockieren, das die F\u00f6rderung fossiler Brennstoffe bis 2040 beenden sollte. Dies ist nur ein Beispiel daf\u00fcr, wie ISDS-Mechanismen wirksame Klimaschutzma\u00dfnahmen und den Ausstieg aus fossiler Energie verhindert haben und weiterhin verhindern werden.<\/p>\n<p>Deutsche Regierungsparteien haben k\u00fcrzlich angek\u00fcndigt, CETA mit einer Interpretationserkl\u00e4rung zum Investitionsschutzkapitel ratifizieren zu wollen.<\/p>\n<p>Die unterzeichnenden Organisationen aus Deutschland und Kanada verurteilen dieses Vorgehen und weisen erneut darauf hin, dass es keine Rechtfertigung f\u00fcr die Schaffung einer Sondergerichtsbarkeit f\u00fcr Investorenrechte gibt \u2013 mit oder ohne Auslegungserkl\u00e4rung, welche sowieso keine oder nur geringe Auswirkungen auf zuk\u00fcnftige ISDS-Schiedsverfahren h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die geplante vollst\u00e4ndige Ratifizierung von CETA w\u00fcrde zudem die gef\u00e4hrlichen und einseitigen Sonderrechte f\u00fcr Investoren massiv ausweiten. Nicht nur kanadische und europ\u00e4ische Investoren w\u00e4ren klageberechtigt, sondern z.B. auch US-Konzerne mit Tochtergesellschaften in Kanada und in Europa.<\/p>\n<p>Im krassen Gegensatz zu diesen einklagbaren Rechten sieht CETA keinerlei Verpflichtungen f\u00fcr Investoren vor. Ebenso wenig erm\u00f6glicht das Abkommen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, Verb\u00e4nden oder Gewerkschaften, Klage zu erheben, wenn ein Unternehmen gegen Umwelt-, Arbeits-, Gesundheits-, Verbraucherschutz- oder andere Vorschriften verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>In einem Abkommen zwischen der EU und Kanada sind Sondergerichte f\u00fcr Konzerne v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig, denn Investoren in beiden L\u00e4ndern k\u00f6nnen ihre Rechte ja vor nationalen Gerichten geltend machen, so wie jeder andere auch. Es gibt keinen Grund, warum Investoren ein spezielles und exklusives Gericht f\u00fcr sich br\u00e4uchten \u2013 eines, das in der Vergangenheit h\u00e4ufig zugunsten von Konzernen und gegen Staaten entschieden hat. Dieses Schiedssystem ist in einem Abkommen unter Freunden nicht nur unn\u00f6tig, sondern brandgef\u00e4hrlich!<\/p>\n<p>Angesichts der Klima- und Energiekrise w\u00fcrde die vollst\u00e4ndige Ratifizierung von CETA einer Transformation unserer Volkswirtschaften und dem Ausstieg aus fossilen Energien nur Steine in den Weg legen. Denn die Einf\u00fchrung von Sonderrechten f\u00fcr Konzerne k\u00e4me vor allem den \u00d6l-, Gas- und Rohstoffunternehmen zugute. Wenn wir unsere Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen schnell beenden wollen, darf die CETA- Sondergerichtsbarkeit f\u00fcr Investoren auf keinen Fall eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Sonderrechte f\u00fcr Konzerne sind ein Relikt des 20. Jahrhunderts, das der L\u00f6sung der dr\u00e4ngendsten Probleme des 21. Jahrhunderts im Wege steht. Stattdessen brauchen wir einen Paradigmenwechsel hin zu einer Handelspolitik, die die Interessen der Menschen und des Planeten in den Vordergrund stellt. Mit der Ratifizierung von CETA w\u00fcrden wir uns von dieser dringend notwendigen Entwicklung weit entfernen.<\/p>\n<p>Wir fordern daher die Verantwortlichen auf, den CETA-Ratifizierungsprozess zu stoppen! Keine Sonderrechte f\u00fcr Investoren! Sch\u00fctzen wir Menschen und das Klima, nicht die Profite von Konzernen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>August of 2022<\/p>\n<h2>Stop the ratification of CETA!<\/h2>\n<p><strong>A joint statement by German and Canadian civil society groups<\/strong><\/p>\n<p>On the occasion of German Chancellor Olaf Scholz\u2019s visit to Canada, and ahead of the announced ratification of the EU\u2013Canada Comprehensive Economic and Trade Agreement (CETA) by the German parliament, we Canadian and German civil society organisations express our continued opposition to CETA, which protects corporate interests at the expense of climate, environmental and social action and democratic decision-making.<\/p>\n<p>While most parts of CETA have been provisionally applied in Europe and Canada for nearly five years, the agreement\u2019s controversial investment protection provisions have not. These provisions, including the planned Investment Court System (ICS), would grant foreign investors the privilege to sue states before a private arbitration tribunal instead of in national courts when public policies affect their ability to profit. This chapter would come into effect only after full ratification of CETA in all EU member states.<\/p>\n<p>ICS, just like any other investor\u2013state dispute settlement (ISDS) process, poses an immense threat to parliaments\u2019 sovereign policy-making, for example to tackle climate change or raise social or environmental protections. In practice, ISDS mechanisms have already been used many times to undermine democratically adopted environmental and climate protection measures. Canadian companies frequently use ISDS to challenge environmental legislation, such as when Canada-based Vermilion Energy threatened a billion dollar ISDS case to successfully block a 2017 French law to end fossil fuel extraction by 2040. This is just one example of how ISDS has and will continue to prevent real action to address climate change and end fossil fuel extraction.<\/p>\n<p>Germany\u2019s ruling coalition recently announced its intention to ratify CETA with minor \u201cinterpretative\u201d notes to the agreement text. Civil society organisations from Germany and Canada condemn this process and reiterate that establishing a parallel justice system for corporations is fundamentally against the public interest. There is no justification for establishing an ICS with or without an interpretative statement that may have little or no impact on future ISDS arbitrations.<\/p>\n<p>The planned full ratification of CETA would massively expand dangerous and unilateral investor privileges. Not only Canadian and European investors would be entitled to sue, but also, for example, U.S. corporations with subsidiaries in Canada and in Europe.<\/p>\n<p>In stark contrast to these highly enforceable rights, CETA does not foresee any obligations for investors. Neither does the agreement enable citizens, associations or trade unions to bring a claim when a company violates environmental, labour, health, safety, or other rules.<\/p>\n<p>The inclusion of special privileges for corporations in an agreement between the EU and Canada is also highly unnecessary. Investors in both countries can assert their rights in the courts, just like everyone else. There is no reason why investors need a special and exclusive court to themselves\u2014one with a track record of ruling expansively in favour of investors.<\/p>\n<p>In view of the climate crisis and energy insecurity, fully ratifying CETA will only put barriers in the way of our struggle to decarbonize our economies and power down the fossil fuel industry. The introduction of special privileges for corporations will primarily benefit oil, gas, and extractives companies. If we are to quickly end our reliance on fossil fuels, it is imperative that CETA\u2019s Investment Court System not come into existence.<\/p>\n<p>Special privileges for corporations are a relic of the 20th century that will only get in the way of addressing the most pressing problems of the 21st century. Instead, we need a paradigm shift towards trade policy that puts the interests of peoples and the planet first, and that gives top priority to climate, environmental, and social protections. Ratifying CETA will take us many steps further away from this much needed change.<\/p>\n<p>We therefore call on decision-makers to stop the CETA ratification process! Stop special privileges for corporations!\u00a0Protect people and climate, not corporate interests!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>List of signatory organisations<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Canada:<\/p>\n<p>ATTAC-Que\u0301bec \u25cf Canadian Centre for Policy Alternatives \u25cf Canadian Environmental Law Association \u25cf Climate Action Network Canada \u25cf The Council of Canadians \u25cf Friends of the Earth Canada \u25cf Greenpeace Canada \u25cf Grand(m)others Act to Save the Planet \u25cf MiningWatch Canada \u25cf Trade Justice Network \u25cf Trade Justice Prince Edward Island<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Germany:<\/p>\n<p>Arbeitsgemeinschaft ba\u0308uerliche Landwirtschaft e.V. \u25cf Attac Deutschland \u25cf Berliner Wassertisch \u25cf Bund fu\u0308r Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. \u25cf BUND Naturschutz in Bayern e. V. \u25cf Bu\u0308ndnis gerechter Welthandel Mu\u0308nchen \u25cf Bu\u0308ndnis Stoppt TTIP &amp; Co. Darmstadt.Dieburg \u25cf Bu\u0308rgerinitiative Umweltschutz Offenburg e.V. \u25cf Deutsche Umwelthilfe e.V. \u25cf Deutscher Kulturrat \u25cf Deutscher Parita\u0308tischer Wohlfahrtsverband \u25cf Deutscher Gewerkschaftsbund Hessen und Thu\u0308ringen \u25cf FIAN Deutschland \u25cf Friedens-und Konfliktforschung Lothar-Kreyssig-O\u0308kumenezentrum der Ev. Kirche \u25cf Foodwatch \u25cf Forum Umwelt und Entwicklung \u25cf GEW Hessen \u25cf Greenpeace e.V. \u25cf Heidelberger Bu\u0308ndnis fu\u0308r einen gerechten Welthandel \u25cf Initiative Blackrock-Tribunal \u25cf Ko\u0308lner Bu\u0308ndnis fu\u0308r gerechten Welthandel \u25cf Konstanzer Bu\u0308ndnis fu\u0308r gerechten Welthandel \u25cf Lokale, freihandelskritische Bu\u0308ndnisse und Initiativen in Deutschland \u25cf Mannheimer Bu\u0308ndnis fu\u0308r gerechten Welthandel \u25cf NABU Deutschland \u25cf Naturfreunde Deutschland \u25cf Netzwerk gerechter Welthandel \u25cf Netzwerk gerechter Welthandel Baden-Wu\u0308rttemberg \u25cf Ortenauer Bu\u0308ndnis fu\u0308r einen gerechten Welthandel \u25cf Ostalb gegen TTIP \u25cf Power-Shift e.V. \u25cf Solidarische Landwirtschaft Deutschland \u25cf Transparency International Deutschland \u25cf Umweltinstitut Mu\u0308nchen e.V. \u25cf Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di \u25cf ver.di Su\u0308dhessen \u25cfWeltwirtschaft, O\u0308kologie &amp; Entwicklung \u2013 WEED e.V. \u25cf Wuppertaler Aktionsbu\u0308ndnis gegen TTIP und andere Freihandelsfallen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gerechter-welthandel.org\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Joint-Statement-against-CETA-1.pdf\">Joint Statement against CETA<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tradejustice.ca\/stop-the-ratification-of-ceta\/\">Ver\u00f6ffentlichung unserer kanadischer Partner<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arr\u00eatons la ratification du CETA! D\u00e9claration conjointe de la soci\u00e9t\u00e9 civile allemande et canadienne \u00e0 l'occasion de la visite au Canada du chancelier allemand Olaf Scholz et \u00e0 la veille de l'annonce de la ratification du trait\u00e9 sur le commerce et [...]<\/p>","protected":false},"author":4,"featured_media":80492,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"episode_type":"audio","audio_file":"","cover_image":"","cover_image_id":"","duration":"","filesize":"","date_recorded":"","explicit":"","block":"","itunes_episode_number":"","itunes_title":"","itunes_season_number":"","itunes_episode_type":"","filesize_raw":"","footnotes":""},"categories":[87],"tags":[132],"series":[],"ppma_author":[442],"class_list":["post-80484","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-handels-u-investitionspolitik","tag-ceta"],"episode_featured_image":"https:\/\/archiv.power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/CETA-Foto2-e1695209486906.jpg","episode_player_image":"https:\/\/archiv.power-shift.de\/wp-content\/plugins\/seriously-simple-podcasting\/assets\/images\/no-album-art.png","download_link":"","player_link":"","audio_player":false,"episode_data":{"playerMode":"dark","subscribeUrls":[],"rssFeedUrl":"https:\/\/archiv.power-shift.de\/fr\/feed\/podcast\/kompass-weltwirtschaft","embedCode":"<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"kF175HeVEe\"><a href=\"https:\/\/archiv.power-shift.de\/fr\/gemeinsame-erklaerung-gegen-ceta\/\">Gemeinsame Erkl\u00e4rung gegen CETA<\/a><\/blockquote><iframe sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" src=\"https:\/\/archiv.power-shift.de\/fr\/gemeinsame-erklaerung-gegen-ceta\/embed\/#?secret=kF175HeVEe\" width=\"500\" height=\"350\" title=\"\u00ab\u00a0Gemeinsame Erkl\u00e4rung gegen CETA\u00a0\u00bb &#8212; PowerShift ARCHIV\" data-secret=\"kF175HeVEe\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\" class=\"wp-embedded-content\"><\/iframe><script type=\"text\/javascript\">\n\/* <![CDATA[ *\/\n\/*! 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